Wenn 22 Koordinatoren und Fachbereichsleitungen des Kreisel e.V. gemeinsam im Wald stehen, Funken schlagen und gebannt auf ein knisterndes Lagerfeuer blicken, ist schnell klar: Das ist keine gewöhnliche Dienstbesprechung. In der „Draußenzeit“ in Emsdetten-Hembergen – einem besonderen Ort für Wildnispädagogik mitten im Wald – hieß es kürzlich: Raus aus dem Büro, rein in die Natur. Statt Flipchart und PowerPoint gab es ein komplett analoges Zusammensein der besonderen Art. Das Lagerfeuer wurde ausschließlich mit Naturmaterialien entzündet – ganz ohne Streichholz oder Feuerzeug. Dass diese Aufgabe nicht immer so einfach ist, wie manche schmunzelnd feststellten, zeigte die Praxis. Umso größer war die Freude, als schließlich die ersten Flammen loderten und sich die Gruppe im warmen Schein des Feuers versammelte. Neben dem Feuermachen standen das Lesen und Deuten von Tierspuren auf dem Programm: Wer war hier unterwegs – Fuchs, Reh oder vielleicht „der Kollege aus der Nachbar‑OGS“? Die Teilnehmenden folgten Fährten im Waldboden, diskutierten gemeinsam über mögliche Spuren und nutzten die Direktheit der Natur, um Neues zu entdecken. „Wir sind erlebnisorientiert unterwegs“, beschreibt eine Koordinatorin die Atmosphäre. „Hier zählen nicht Dokumente, sondern Aufmerksamkeit und Neugier.“ Der Wald wurde schnell zum Begegnungsraum, in dem Hierarchien nebensächlich wurden und Teamgeist spürbar wurde. Gemeinsames Spielen, Lachen und Ausprobieren sorgten für Entspannung und echte Begegnungen – fernab von Aktenordnern und E‑Mail-Posteingängen. „Das war kein routinemäßiges Teamtraining“, so eine Fachbereichsleitung, „sondern ein lebendiges Miteinander, das Nähe zwischen den Menschen geschaffen hat.“ Ziel des Treffens war es, die Koordinationen und Leitungen der Offenen Ganztage des Kreisel e.V. enger zusammenzurücken – verbunden über frische Luft, offene Gespräche und eine Portion Achtsamkeit. Ganz ohne Tagesordnung wurde Raum für Zuhören, Teilen und Mitdenken geschaffen. Das Feuer wirkte dabei fast magisch: Es entschleunigte, schuf Ruhe und lud zum Innehalten ein. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wertvoll Naturpädagogik für die tägliche Arbeit ist. Wer selbst erlebt, wie beruhigend das Knistern des Feuers oder spannend eine Spur im Waldboden sein kann, versteht schnell, warum solche Erfahrungen auch für Kinder so bedeutsam sind. Für viele war der Tag eine Erinnerung daran, dass Lernen nicht nur an Tischen stattfindet, sondern ebenso auf Waldpfaden, an Lagerfeuern und in offenen Feldern.
Der Kreisel e.V. nimmt aus der „Draußenzeit“ viele Impulse mit: mehr Natur, mehr Achtsamkeit und mehr echte Begegnungen – damit Kinder künftig nicht nur drinnen „lernen“, sondern draußen staunen, entdecken und einfach Kind sein dürfen. „Die Teilnehmenden waren im wahrsten Sinne Feuer und Flamme für diesen alternativen Weg des Zusammenkommens“, so Jan-Hendrik Hölscher, einer der OGS‑Fachbereichsleitungen beim Kreisel e.V. „Es wird sicher nicht die letzte Begegnung in der ‚Draußenzeit‘ gewesen sein.“ Ein Augenzwinkern am Ende: „Und der Geruch der Kleidung wird uns in den nächsten Tagen an die schöne Zeit erinnern.“











